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NN/HA/LOKAL/LOKAL3 - Mo 24.02.2005 STADT NÜRNBERG

Kirchen, Spital und Park als »Oasen der Ruhe«

Weltgästeführertag: Nürnberger Verein bietet acht verschiedene Rundgänge zu jeweils mehreren Terminen an

VON WOLFGANG HEILIG-ACHNECK

Touristen wollen sich erholen und amüsieren. Was sie jedoch in großer Zahl suchen, zerstören sie zugleich. Das gilt für manche Naturschönheit, aber vor allem für die Ruhe. Dennoch haben sich die Mitglieder des Vereins Nürnberger Stadtführer vorgenommen, am Wochenende bei mehr als 50 Führungen Orte der Stille vorzustellen - und das bei winterlicher Stimmung. Fern des Trubels der Hauptsaison könnte es zumindest zum »Weltgästeführertag« auch gelingen, dass die besuchten Stätten ihre Aura behalten.

»Wir wollen vor allem die einheimische Bevölkerung einladen, ihre Stadt neu kennen zu lernen«, erläutert Margit Schmidt-Pikulicki, die Vorsitzende des Nürnberger Gästeführervereins. Als Mitglied im Weltverband begeht er - wie Gästeführer in 20 Ländern auf vier Kontinenten - alljährlich dessen Gründungstag, der sich heuer zum 20. Mal jährt. Mit dem Thema »Oasen der Ruhe« wollen die deutschen Gästeführer am 26. und 27. Februar gezielt ein Kontrastprogramm bieten und zu Spaziergängen abseits der Hauptpfade einladen.

In Nürnberg können Interessenten am Samstag und Sonntag bei acht verschiedenen, jeweils einstündigen Rundgängen, die mehrfach angeboten werden, auf Entdeckungstour gehen. Die beiden Kirchen St. Jakob und St. Elisabeth, einst Teil der Niederlassung des deutschen Ordens, spiegeln die Auseinandersetzungen um den Glauben in früherer Zeit bis zur vorbildlichen ökumenischen Nachbarschaft heute: Da St. Elisabeth über keine Glocken verfügt, läutet St. Jakob auch zur katholischen Messe.

Bei den Führungen am Samstag um 10, 14 und 15 und am Sonntag um 14 und 15 Uhr werden natürlich auch die Kunstschätze erläutert. Nürnbergs einstiges Nobelviertel am Pellerhaus und rund um St. Egidien (mit den nicht jeden Tag zugänglichen Kapellen) beleuchten Führungen am Samstag um 11 und am Samstag und Sonntag um 13 Uhr. St. Martha und St. Klara als »Refugien des Glaubens« lassen sich zum Beispiel am 26. Februar um 11, 13 und 14 Uhr ebenso neu erkunden wie die Innenhöfe des Heilig-Geist-Spitals (an beiden Tagen 13, 14 und 16 Uhr, Treffpunkt: Museumsbrücke). Hier wird der Bogen von der größten privaten Stiftung im mittelalterlichen Nürnberg bis zur allabendlichen Versammlung der Laternenanzünder.

Auch für Kinder gut geeignet ist die Tour zu Bastionen und Gärten unterhalb der Kaiserburg (Samstag 12 und 15 Uhr; Sonntag 10, 12 und 14 Uhr; Treffpunkt: Tiergärtnertor). Der Stadtpark und die Reformations-Gedächtnis-Kirche sind schließlich Ziele des Rundgangs »Aufbruchstimmung im Norden« (Samstag 10 und 14, Sonntag 13 und 15 Uhr). In einer Mischung aus Idealismus und willkommener Fortbildung sind rund 30 der derzeit 86 Vereinsmitglieder im Einsatz; etliche bieten auch an diesem Wochenende Führungen in Fremdsprachen wie Italienisch, Französisch, Russisch oder sogar Japanisch an, die sich auch gut für Teilnehmer an BZ-Kursen eignen. Besonders stolz sind die Nürnberger auf ihr deutschlandweit einzigartiges Angebot an Führungen in Gebärdensprache (ab Hans-Sachs-Platz).

Gästeführerin Claudia Siegel-Weiß startet an der Lorenzkirche mit Kindern und Eltern zu einem Rundgang. Archivfoto: Distler

(i) Faltblätter mit allen Treffpunkten und Zeiten sind in der Tourist-Information im Künstlerhaus sowie am Hauptmarkt erhältlich. Internet: www.nuernberg-tours.de. Hinweise geben auch die »Tipps zum Wochenende« in unserer Freitagsausgabe. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

 

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