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Einen ausgefallenen Rundgang für Kinder durch Nürnberg bietet zum
Ferienauftakt Doris Ritter vom Verein »Die Stadtführer« an. Auf der Basis des
Kinderbuches »Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder« führt sie an
verschiedene Originalschauplätze in Nürnberg. Denn das Buch spielt - zur Zeit
des Mittelalters - in der Frankenmetropole.
Das spannende Buch von Claudia Frieser ist gerade Lektüre in vielen Schulen und
wird an verschiedenen Stellen, unter anderem in der neuesten Ausgabe der
Elternzeitschrift »EZ«, empfohlen (ab zehn Jahre zum Selberlesen, ab acht Jahre
zum Vorlesen). Doris Ritter, selbst Mutter von drei Kindern, ist in den
vergangenen Wochen immer wieder auf das Buch aufmerksam geworden. Und da kam der
ehrenamtlichen Stadtführerin eine Idee. »Weshalb eigentlich soll man nicht
anhand des Buches Kinder an die verschiedenen Originalschauplätze in Nürnberg
führen?«, fragte sie sich.
Und tüftelte einen anderthalb- bis zweistündigen Rundgang aus. Der führt von der
Museumsbrücke über das nördliche Pegnitzufer und den Schuldturm sowie das
Heilig-Geist-Spital durch den Kreuzigungshof und über den Hauptmarkt zum Alten
Rathaus, dem Schulgässchen und der Sebalduskirche zum Dürerhaus (außen).
Zeitreise ins Jahr 1484
Aber worum geht es denn eigentlich in dem Buch? Die Autorin Claudia Frieser -
sie lebt in Bamberg - erzählt die Geschichte von dem Jungen Oskar. Durch den
Brief seines Großvaters gelingt ihm eine Zeitreise ins Nürnberg von 1484. Doch
er wird überfallen und erleidet einen Gedächtnisverlust, der ihm eine schnelle
Rückkehr unmöglich macht.
Oskar kommt bei der Apothekerin und Hebamme Kathrin Landauer unter, die im
Heilig-Geist-Spital lebt und arbeitet. Kathrin ist auf eine Reihe von
verschwundenen Säuglingen aufmerksam geworden. Oskar freundet sich in der
Zwischenzeit mit einem Jungen aus der Stadt an (Albrecht Dürer). Gemeinsam mit
einem Franziskanerpater machen sie sich auf, das Rätsel um die verschwundenen
Kinder zu lösen. Am Ende kann Oskar wieder heimkehren.
»An den einzelnen Stationen wird erzählt, was der Junge alles erlebt, wie es
dort im Mittelalter ausgesehen hat und welche Funktionen die Gebäude haben«,
erklärt Ritter. Auch auf die Unterschiede von damals und heute will sie
eingehen. Der Rundgang richtet sich sowohl an Kinder, die das Buch bereits
gelesen haben, als auch an Sprößlinge, die es noch nicht kennen. »Aber
vielleicht macht die Führung ja Lust auf die Geschichte«, hofft Ritter auch auf
Leseanreize. Wie die Geschichte in dem Buch ausgeht, dass verrät sie bei dem
Rundgang natürlich nicht. Damit die Spannung nicht verloren geht.
(i) Die besondere Stadtführung ist für Kinder ab acht Jahre
geeignet. Die erste Führung startet am Montag, 1. August, 11 Uhr, die zweite am
3. August um 10 Uhr und die dritte am 7. August um 10 Uhr. Treffpunkt ist die
Museumsbrücke in Nürnberg, an der Seite zum Heilig-Geist-Spital. Die Preise
betragen drei beziehungsweise vier Euro sowie zehn Euro für Familien.
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