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NN/HA/LOKAL/LOKAL1 - Mo 25.07.2005 STADT NÜRNBERG

Stadtführung auf den Spuren von Oskar und Albrecht

Kinderbuch der Bambergerin Claudia Frieser als Grundlage - Mittelalter-Krimi um verschwundene Säuglinge in Nürnberg

VON ANDREAS FRANKE

Einen ausgefallenen Rundgang für Kinder durch Nürnberg bietet zum Ferienauftakt Doris Ritter vom Verein »Die Stadtführer« an. Auf der Basis des Kinderbuches »Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder« führt sie an verschiedene Originalschauplätze in Nürnberg. Denn das Buch spielt - zur Zeit des Mittelalters - in der Frankenmetropole.

Das spannende Buch von Claudia Frieser ist gerade Lektüre in vielen Schulen und wird an verschiedenen Stellen, unter anderem in der neuesten Ausgabe der Elternzeitschrift »EZ«, empfohlen (ab zehn Jahre zum Selberlesen, ab acht Jahre zum Vorlesen). Doris Ritter, selbst Mutter von drei Kindern, ist in den vergangenen Wochen immer wieder auf das Buch aufmerksam geworden. Und da kam der ehrenamtlichen Stadtführerin eine Idee. »Weshalb eigentlich soll man nicht anhand des Buches Kinder an die verschiedenen Originalschauplätze in Nürnberg führen?«, fragte sie sich.

Und tüftelte einen anderthalb- bis zweistündigen Rundgang aus. Der führt von der Museumsbrücke über das nördliche Pegnitzufer und den Schuldturm sowie das Heilig-Geist-Spital durch den Kreuzigungshof und über den Hauptmarkt zum Alten Rathaus, dem Schulgässchen und der Sebalduskirche zum Dürerhaus (außen).

Zeitreise ins Jahr 1484

Aber worum geht es denn eigentlich in dem Buch? Die Autorin Claudia Frieser - sie lebt in Bamberg - erzählt die Geschichte von dem Jungen Oskar. Durch den Brief seines Großvaters gelingt ihm eine Zeitreise ins Nürnberg von 1484. Doch er wird überfallen und erleidet einen Gedächtnisverlust, der ihm eine schnelle Rückkehr unmöglich macht.

Oskar kommt bei der Apothekerin und Hebamme Kathrin Landauer unter, die im Heilig-Geist-Spital lebt und arbeitet. Kathrin ist auf eine Reihe von verschwundenen Säuglingen aufmerksam geworden. Oskar freundet sich in der Zwischenzeit mit einem Jungen aus der Stadt an (Albrecht Dürer). Gemeinsam mit einem Franziskanerpater machen sie sich auf, das Rätsel um die verschwundenen Kinder zu lösen. Am Ende kann Oskar wieder heimkehren.

»An den einzelnen Stationen wird erzählt, was der Junge alles erlebt, wie es dort im Mittelalter ausgesehen hat und welche Funktionen die Gebäude haben«, erklärt Ritter. Auch auf die Unterschiede von damals und heute will sie eingehen. Der Rundgang richtet sich sowohl an Kinder, die das Buch bereits gelesen haben, als auch an Sprößlinge, die es noch nicht kennen. »Aber vielleicht macht die Führung ja Lust auf die Geschichte«, hofft Ritter auch auf Leseanreize. Wie die Geschichte in dem Buch ausgeht, dass verrät sie bei dem Rundgang natürlich nicht. Damit die Spannung nicht verloren geht.

(i) Die besondere Stadtführung ist für Kinder ab acht Jahre geeignet. Die erste Führung startet am Montag, 1. August, 11 Uhr, die zweite am 3. August um 10 Uhr und die dritte am 7. August um 10 Uhr. Treffpunkt ist die Museumsbrücke in Nürnberg, an der Seite zum Heilig-Geist-Spital. Die Preise betragen drei beziehungsweise vier Euro sowie zehn Euro für Familien.
 

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