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SONNTAGSBLITZ
15.02.2004
Hier ist Bildung ein Spaziergang
Altstadt: Kostenlose Rundgänge der Stadtführer finden großen Anklang
NÜRNBERG - Schocks wirken nicht immer nur lähmend. Das scheint auch für das
erschreckend schlechte Abschneiden Deutschlands bei der internationalen
Pisa-Bildungsstudie zu gelten. Seither debattieren Eltern, Lehrer und Politiker
über Wege, das Lehren und Lernen in der Schule nachhaltig zu verbessern.
Schon einen großen Schritt weiter sind die in einem Verein
zusammengeschlossenen Nürnberger Stadtführerinnen und Stadtführer: Angeregt vom
Wirbel um Pisa, haben sie gleich sechs neue Touren ausgearbeitet. Alle
beleuchten verschiedene Aspekte der Geschichte von Bildung und Ausbildung. Zum
»Weltgästeführertag« - er erinnert an die Gründung ihres Weltverbandes 1985 und
soll die Arbeit der sorgfältig ausgebildeten und geprüften Frauen und Männer
bekannter machen - laden sie an diesem Wochenende erstmals und kostenlos zu den
Rundgängen ein.
Wurzeln des Handwerks
»Die Messerschmiede und Glockengießer sind Ende des 13. Jahrhunderts als erste
Handwerke in der Stadt nachgewiesen«, erläutert beispielsweise Ursula Kraft,
die schon seit 20 Jahren Besuchern und Einheimischen Schönheiten und
Besonderheiten von Nürnberg vermittelt. Ihre Kollegin Helga Nagel ist mit einer
großen Schiefertafel unterwegs. Staunend und rätselnd suchen Kinder wie
Erwachsene, wo die alte Maßzahl, die darauf notiert ist, zu entdecken ist.
Große Trauben bilden sich schließlich immer wieder um den Schönen Brunnen mit
seinen Figuren von großen Gelehrten wie Pythagoras.
Alle sechs verschiedenen Rundgänge werden auch heute angeboten, so um 14.30 Uhr
zum mittelalterlichen Bildungsprogramm am Schönen Brunnen. Die
Handwerksausbildung im alten Nürnberg ist um 12 und 16 Uhr Thema (Treffpunkt
Haupteingang der IHK, Waaggasse). Am Heilig-Geist-Spital starten Rundgänge zur
Geschichte des Schulwesens um 13 und 16 Uhr, an der Klarakirche, Königstraße
62, um 11 und 14 Uhr zu »Bildung hinter Klostermauern«. Für viele unerwartet
spannend ist übrigens die Kulturmeile, selbst in der auf eine Stunde verkürzten
Fassung, zu erleben um 12 und 15 Uhr ab Gewerbemuseumsplatz 1. Auf Kinder »von
4 bis 99 Jahren« sind Touren ab dem Hauptportal von St. Lorenz um 11 und 14 Uhr
zugeschnitten. Außerdem gibt es einige fremdsprachige Führungen. woh
Stadtführerin Claudia Siegel-Weiß erläutert Kindern und ihren Eltern am
Lorenzer Platz die »Bilderbibel« am Kirchenportal. Foto: Günter Distler
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